Wohnformen

Wohnen im bisherigen Umfeld

Besonders im Alter, wenn der Aktionsradius kleiner wird und die Mobilität nicht mehr so gegeben ist wie in jungen Jahren, kommt der Wohnung und dem vertrauten Umfeld eine immer größere Bedeutung zu. Die meisten Menschen möchten in ihrer eigenen Wohnung alt werden. Um das zu ermöglichen, sollte die Wohnung den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen frühzeitig angepasst werden.

Durch kleine bauliche Veränderungen (barrierefrei), geringfügige Änderungen der Einrichtung und schließlich eine Vielzahl kleinerer Hilfsmittel kann das alltägliche Leben in der Wohnung erleichtert werden.
Sollten Sie etwas baulich verändern wollen, holen Sie sich bitte fachlichen Rat bei den örtlichen Sozial- und Bauämtern bzw. gegebenenfalls bei den Pflegekassen und der

Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.

Gneisenaustraße 2, 24105 Kiel
04 31/7 05 51 91
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Neben der Wohnraumanpassung stehen zum Verbleib in der eigenen Wohnung die Hilfsdienste und Leistungen wie beispielsweise ambulante Pflegedienste, Mahlzeitendienste (Essen auf Rädern) und Hausnotruf zur Verfügung.

Nähere Auskünfte erteilen die örtlichen Sozialämter und die Pflegekassen.

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen ist eine Wohnform, bei der neben der senioren- bzw. behindertengerechten Wohnung die Sicherheit einer Grundversorgung/Betreuung geboten wird und im Bedarfsfall weitere Dienstleistungen (gegen Entgelt) in Anspruch genommen werden können.

Mit dem Betreuten Wohnen soll dem Wunsch des Menschen entsprochen werden, auch im Alter und bei gesundheitlichen Einschränkungen möglichst lange ein eigenständiges, unabhängiges Leben führen zu können.

Vertragliche Gestaltung

Bewohner einer Betreuten Wohnanlage sollten in der Regel zwei Verträge abschließen: einen Kauf- bzw. Mietvertrag sowie einen Betreuungsvertrag. Dadurch haben sie es mit zwei verschiedenen Vertragspartnern zu tun: zum einen mit dem Verkäufer bzw. Vermieter der Wohnung und zum anderen mit dem Betreuungsträger. Betreuungsträger und damit Ansprechpartner bei der Inanspruchnahme oder Vermittlung von Hilfen und Versorgungsleistungen ist in den meisten Fällen eine Sozialstation oder eine andere pflegerische Einrichtung.

Wichtig!

Die Verträge sollten nicht so miteinander gekoppelt sein, dass mit der Kündigung des Betreuungsvertrages auch der Mietvertrag endet. Die Leistungen des „Betreuten Wohnens“ setzen sich aus sogenannten Grundleistungen und wählbaren Zusatzleistungen zusammen.

Die Grundleistungen sollen in erster Linie dem Wunsch nach Sicherheit und Unterstützung der Selbstständigkeit Rechnung tragen. Selbst wenn diese Leistungen noch nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen werden, soll damit für den Fall Vorsorge getroffen werden, dass man auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist.

Versorgungsleistungen, wie Pflege oder Hilfen im Haushalt, stehen als Wahlleistungen nach Bedarf zur Verfügung.

Grund- und Regelleistungen

Der Betreuungsträger muss ein Grundpaket an Versorgungs- und Betreuungsleistungen – sogenannte Grundleistungen – vorhalten, welches ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleistet. Die Bewohner andererseits sind verpflichtet, unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme hierfür eine monatliche „Betreuungspauschale“ zu entrichten.

Der Umfang dieses Vorsorgepaketes wird üblicherweise gering gehalten, um die dafür regelmäßig anfallenden Kosten niedrig zu halten.

Zu den unverzichtbaren Grundleistungen gehören:

  • Benennung und Bereitstellung einer in der Regel täglich erreichbaren Kontaktperson mit regelmäßigen Sprechzeiten vor Ort
  • Angebot einer regelmäßigen – mindestens wöchentlichen – Kontaktaufnahme mit den Bewohnern
  • Vermittlung von Kontakten und Hilfen im pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereich, einschließlich der Vermittlung von qualifizierter Fachberatung (z. B. Wohnraumanpassung; Rentenangelegenheiten)
  • Vermittlung von Kontakten im Freizeitbereich
  • Gemeinschaftsräume zur Förderung der Kommunikation bzw. des sozialen Lebens

Wahl- oder Zusatzleistungen

Zusätzlich notwendige oder gewünschte Leistungen – sogenannte Wahlleistungen – müssen vom Betreuungsträger entweder selbst angeboten oder vermittelt werden.

Wählbare Zusatzleistungen können insbesondere sein:

  • Hausnotruf
  • Hilfe bei der Wohnungsreinigung
  • Hilfe bei der Wäscheversorgung, bei Besorgungen, Einkäufen und Behördengängen einschließlich Begleit-, Boten- und Fahrdiensten
  • Vermittlung von oder Versorgung mit warmem Essen
  • Vermittlung von technischen Hilfen, die über Hausmeisterleistungen hinausgehen
  • Versorgung der Wohnung bei Abwesenheit
  • Hauswirtschaftliche und pflegerische Leistungen gemäß SGB V (Krankenversicherung) und SGB XI (Pflegeversicherung)


Derartige in Anspruch genommene Dienste und Leistungen müssen gesondert bezahlt werden. Dies gilt auch für pflegerische Leistungen, die im Rahmen eines Notfalles erbracht werden. Kosten, die gegebenenfalls durch die häusliche Pflege entstehen, werden zum Teil von der Kranken- bzw. Pflegekasse übernommen.

Wichtig!

Dem Bewohner muss es vertraglich freigestellt sein, diese Wahlleistungen auch bei anderen Anbietern, also nicht nur beim Betreuungsträger selbst, abrufen zu können!

Weitere Informationen erhalten Sie u. a. bei den zuständigen örtlichen Sozialämtern und Pflegekassen.

Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen

Dies sind Formen des gemeinschaftlichen Wohnens, in denen Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung qualifizierte ambulante Leistungen der Pflege und Betreuung in Anspruch nehmen, in denen Wahlfreiheit in Bezug auf den Anbieter der Pflege- und Betreuungsleistung besteht.

Selbstverantwortlich geführte ambulant betreute Wohn- und Hausgemeinschaften

Dies sind Wohnformen, in denen zwischen den Mietern eine schriftliche Vereinbarung über die wesentlichen Angelegenheiten der Gemeinschaft vorliegt, die Vermietung sowie die Pflege- und Betreuungsleistung vertraglich und tatsächlich getrennt sind, Art und Umfang der Pflege- und Betreuungsleistung sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung tatsächlich frei gewählt werden können, das Hausrecht von den Mietern uneingeschränkt ausgeübt werden kann und die Alltagsgestaltung maßgeblich von den Mietern bestimmt wird.