Betreuungsrecht

Seit Inkrafttreten des Betreuungsrechts kann niemand mehr entmündigt werden. An die Stelle der Vormundschaft über Erwachsene sowie der Gebrechlichkeitspflegschaft ist die Betreuung getreten. Das Wesen der Betreuung besteht darin, dass für eine volljährige Person ein Betreuer durch das Betreuungsgericht bestellt wird, der in genau festgelegten Aufgabenbereichen für Sie handelt.

Sie können Vorsorge treffen durch:

Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung treffen Sie Vorsorge im Falle Ihrer Betreuungsbedürftigkeit, d. h. Sie hinterlegen schriftlich, welche Person für Sie vom Gericht als Betreuer  eingesetzt werden soll. Sofern keine weiteren Vollmachten vorliegen, würde das Gericht im Falle Ihrer Betreuungsbedürftigkeit prüfen, in welchen Bereichen eine Betreuung einzurichten ist und ob die von Ihnen benannte Person als Betreuer geeignet ist.

In der Betreuungsverfügung können Sie zudem detailliert beschreiben, in welchem Sinne die von Ihnen benannte Person als Betreuer einzelne Aufgabenbereiche (Vermögenssorge, Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung usw.) ausüben soll. Im Falle der Betreuungsverfügung ist das Gericht gehalten zu prüfen, ob Sie aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung einer Betreuung bedürfen. Der eingesetzte Betreuer ist verpflichtet, nach Anordnung der Betreuung ein Vermögensverzeichnis zu erstellen und in regelmäßigen Abständen dem Gericht über die durchgeführten Rechtshandlungen zu berichten.

Eine Betreuungsverfügung ist sinnvoll, wenn Sie keine Angehörigen haben und auch sonst niemanden kennen, dem Sie eine Vollmacht anvertrauen mögen. So können Sie zum Beispiel auch bestimmen, im Falle Ihrer Betreuungsbedürftigkeit einen Mitarbeiter des Betreuungsvereins zum Betreuer zu bestellen.

Vorsorgevollmacht

Eine wirksame Vollmacht können Sie nur erteilen oder widerrufen, solange und soweit Sie geschäftsfähig sind. Mit der Vorsorgevollmacht legen Sie fest, in welchen Bereichen die bevollmächtigte Vertrauensperson im Falle Ihrer Verhinderung tätig werden soll.

Sie können beispielsweise festlegen, dass Ihre Vermögensangelegenheiten von dem Bevollmächtigten geregelt werden sollen. Es ist auch daran zu denken, die Vollmacht für die Bereiche der „Personensorge“, d. h. Entscheidungen in gesundheitlichen Fragen, über Ihren Aufenthaltsort und über Ihre Wohnungsangelegenheiten, zu erteilen. Hier sollten Sie sich genau überlegen, Ihren Willen festzulegen und der bevollmächtigten Person Ihre Haltung beispielsweise in medizinischen Fragen darzulegen, damit entsprechend Ihrer Lebenseinstellung und ethischen Vorstellungen gehandelt werden kann.

Eine Vorsorgevollmacht sollten Sie nur einer Person erteilen, der Sie absolut vertrauen!

Die Vollmacht sollte in schriftlicher Form vorliegen, mindestens das Datum und Ihre Unterschrift sollte von Ihnen geleistet werden. Es gilt jedoch zu bedenken, dass Banken und Sparkassen nur bankseitig erteilte Vollmachten anerkennen, d. h. Sie müssen mit Ihrer Vertrauensperson bei Ihrer Bank oder Sparkasse vorstellig werden und dort erklären, wer Zugang zu Ihren Konten haben soll. Wenn Ihnen dies nicht mehr möglich ist, müsste eine notariell beurkundete Vollmacht vorgelegt werden. Ihre Unterschrift sollte beglaubigt sein. Die Beglaubigung kann u. a. die Betreuungsbehörde vornehmen.

Bei vorhandenem Grundbesitz und/oder anderen erheblichen Vermögenswerten empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Notar aufzusuchen und die Vollmacht notariell beurkunden zu lassen.

Informationen und Beratung

Betreuungsbehörde Kreis Rendsburg-Eckernförde

Berliner Straße 4, 24768 Rendsburg
0 43 31/2 02-2 28
E-Mail senden

Betreuungsverein Rendsburg-Eckernförde – Rendsburg

Altstädter Markt 5, 24768 Rendsburg

Betreuungsverein Rendsburg-Eckernförde – Eckernförde

Kieler Straße 5, 24340 Eckernförde

Fachliche Beratung erhalten Sie auch bei einem Notar oder Rechtsanwalt Ihres Vertrauens und bei dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Amtsgericht/Vormundschaftsgericht. Die Bundesnotarkammer registriert Vollmachten im Zentralen Vorsorgeregister. Der Erstantrag auf Eintragung kostet eine geringe Gebühr.
www.vorsorgeregister.de

Kommt es zur Einleitung eines Betreuungsverfahrens, kann das Betreuungsgericht abfragen, ob Sie eine Vollmacht erteilt haben. Weitere Auskünfte können Sie bei den oben genannten Institutionen erfragen.